Was sind Lebenskräfte

Vorwort

Anja Sautermeister geht in diesem Text zur Heranbildung der

 

Lebenskräfte folgendermaßen vor :

 

 

 

1. Objektive Beschreibung der Äther

 

2. Übungen zur praktischen Entwicklung

 

3. Persönliche Fähigkeiten

 

 

 

Was kann man sich unter gesundheitsförderlichen Lebenskräften vorstellen?

Was sind aufbauende Lebenskräfte?

Es gibt Kräfte, die uns erbauen und stärken und es gibt solche, die uns schaden, treiben, drücken, stressen,
auslaugen und erschöpfen. Woher kommen diese Kräfte?                             

 

Sie kommen einerseits aus der Natur, die wir uns durch Nahrung einverleiben. Wir können durch Beobachtung und Forschung für diese nicht sichtbaren Kräfte, die in der Natur wirksam sind, einen Sinn entwickeln.               

 

Rudolf Steiner und Heinz Grill erforschten, dass es hinter den Sichtbaren 4 Elementen, die wir in der Natur haben (Feuer, Licht/Luft, Wasser und Erde) sogenannte feinstoffliche Kräfte gibt, die an diesen arbeiten. Ähnlich, wie wir nicht sehen können, wie verschiedenste Kräfte an den Pflanzen im Rhythmus der 4 Jahreszeiten arbeiten, so können wir auch diese feineren Ätherkräfte hinter den Elementen nicht unmittelbar sehen. Jedenfalls sind diese gesundheitsförderlich und erbauend wirksam. Wieviel erschöpfende Kräfte wirken am Menschen jede Minute in unserer heutigen Zeit? Wieviel Gift, Elektrosmog, Hektik, Ängste, Druck und vieles mehr plagen uns? Wo kommen die her? Wer erschafft sie und warum?

 

Gesundheitszerstörende oder belastende Wirkungen erzeugen wir recht gut. Was nun aber kann man sich unter gesundheitsförderlichen, erbauenden und mit der Entwicklung stimmigen Kräften vorstellen und wie erbauen wir diese?           

Indem der einzelne Mensch sich aufgrund verschiedener Schriften von z. B. Rudolf Steiner oder Heinz Grill über diese in der Natur an den Elementen wirksamen, feinstofflichen Bildekräfte, eine Vorstellung aneignet, kann er damit ganz anders in die sichtbare Natur und deren sich beständig wandelnden Erscheinungen blicken. Woran erkenne ich z. B. einen Apfel, der mit Chemikalien behandelt wurde im Vergleich zu einem Apfel, der ohne Gift herangereift ist? Auch dafür braucht es eines gewissen Sinnes. Der mit Gift behandelte Apfel wird wahrscheinlich nicht ganz mit so guten, gesundheitsförderlichen Kräften auf den Menschen, der ihn sich passiv einverleibt, wirken, wie ein Apfel, der im Rhythmus der Jahreszeiten mit den natürlichen Kräften im Sonnenlicht herangereift ist.                                             

 

Nehmen wir zu dieser Betrachtung und Sinnentwicklung nun ein vertiefendes und weiteres Beispiel hinzu: Rudolf Steiner und Heinz Grill beschreiben also diese 4 Ätherkräfte, als bildende, feinstoffliche Kräfte, die an den 4 Elementen in immerwährenden Bewegungen arbeiten oder wirksam sind. Dem Erdelement ist der sogenannte Lebensäther zugeordnet.

 

 

Wie kann man sich diesen vorstellen?

Lebenskräfte kann man sich grundsätzlich vorstellen, als Kräfte, die am Körper oder der Pflanze arbeiten, aber nicht aus diesem kommen. Sie wirken immer entgegen der Schwerkraft oder Schwere. Sie sind gewissermaßen schwerelos und arbeiten immer mit 2 spezifischen Gegenbewegungen. Wie z. B. Zusammenziehen, Sammeln, Verankern und Vertiefen und gleichzeitig weitmachen. Man kann sich das etwa so vorstellen, wie das Licht der Sonne an der Natur spezifisch wirkt, so kann der Mensch mit bestimmten stimmigen und gültigen Vorstellungsbildern und Inhalten mit seinem Bewusstsein am Körper und der Natur arbeiten und somit bestimmte Bewegungen und Kräfte, wie z. B. Ätherkräfte realisieren und zum Ausdruck bringen.

 

Heinz Grill beschreibt in seinem Artikel: "Der Lebensäther" diesen Lebensäther recht anschaulich:

 

"Der Lebensäther

 

In den Bewegungsformen des Lebensäthers ist das für die Äther typische Prinzip von Bewegung und Gegenbewegung im extremsten Gegensatz ausgeprägt: Es ist der Gegensatz von einem „im Punkt verschwinden“ zu einem „Auferstehen im weitesten Umkreis“. Mit der Zentrierung in einem Punkt besitzt diese Ätherart aber die Eigenschaft, die Lebenskräfte durch die Kontraktionsbewegung bei gleichzeitig weitester Ausdehnung in der Sphäre in einem Organismus zentral zu verankern." H. Grill   

 

 

 

Studiert man nun diese Ausdrucksform des Lebensäthers, der am Erdelement wirkt, so kann man mit der Zeit einen Sinn für diese feineren Bildekräfte entwickeln. Eine geometrische Zeichnung kann zur Vorstellung dienen:

 

 

 


Der von H. Grill geschriebene Text zu dieser Zeichnung kann nun einfach gelesen und rekonstruiert werden.

Eine Sache kann man wirklich beim Ausdruck der Asanas z. B. auf den Fotos beobachten: ich baue eine Vorstellung auf während ich die Körperübung mache. Es ist somit nicht der Körper, den ich in die gewünschte Form zwinge, sondern mehr der der Form exakt entsprechende Ausdruck, den ich im Stillen präzise dazu formuliere. Da heraus kommen dem Körper die stimmigen Kräfte entgegen, die dann gewissermaßen wie an ihm die gewünschte
formbildenden Bewegungen für mich spürbar ausgestalten. Natürlich mache ich selbst den ganzen Prozess, aber es ist ein sichtbarer und spürbarer Unterschied, ob ich den Körper in die Asana drücke und ziehe, oder ob ich mehr aus einem bildhaften Vorstellungsbewusstsein die nötigen Informationen für und mit dem Körper heranbilde. 

 

Ausdrucksformen zum Studium des Lebensäthers :





Es sind also gewisse, auch in der Natur wirkende Ätherkräfte, die man selbst als Mensch studieren, erforschen und in ihrem spezifischen Ausdruck sehen oder besser, erkennen lernen kann. Diese 4 Grundkräfte sind wirklich gesundheitsförderliche und allgemein gültige Kräfte. Jeder kann sie erbauen und z. b mit einer Yogaübung realisieren.

 

Gerade in der heutigen Zeit, in der sehr viele belastende Kräftewirkungen spürbar sind und produziert werden, erscheint es mir sehr wichtig, hiermit eine kleine Anregung zu geben, sich mit den wirklich integralen, gesunden und erbauenden 4 Grundkräften in der Natur, Architektur oder auch anhand von künstlerischen Ausdrucksformen mit dem Körper zu beschäftigen, diese zu erforschen und kennenzulernen. Wie wichtig sind Menschen, die wirklich erbauende, gesundheitsförderliche, freie Kräfte heranbilden und für viele Mitmenschen realisieren können. Ich denke, das wäre ein tolles, erstrebenswertes Ziel für die integrale Gesundheit des Menschen in der Gegenwart und Zukunft.

 

Bildhaft dargestellt, bildet bei den Asanas der unterste Bereich der Wirbelsäule, gewissermaßen das Steißbein das Zentrum, an dem sich die neuen Kräfte sammeln und vertiefen, während die Wirbelsäule und Arme den Aufstieg in eine vertikale Linie beschreiben.

 

 

Was richtet grundsätzlich den Menschen auf?

Den Drang oder Wille sich aufzurichten hat jeder Mensch. Es gibt reinere Willensantriebe, die jeder Mensch ähnlich in sich trägt und es gibt Willensimpulse, die lediglich ein Bedürfnis oder Wunsch äußern.

 

Die Entscheidung und das Durchhaltevermögen allgemein gültige Zusammenhänge, wie z.B. die Wirkung des Lebensäthers selbstständig zu studieren, bringen immer einen klaren, freien und brauchbaren Willensimpuls zum Ausdruck. Dieser Wille richtet die Persönlichkeit auf und sitzt gleichzeitig tiefer, im Vergleich zu einem mehr körperlichen oder egoistischen Bedürfnis, das man als Wille bezeichnet. Er macht ihn gleichzeitig tiefer, klarer, entschlusskräftig, konstant, durchhaltend, frei und konkret im Wille.

 

Mit der Entwicklung des Lebensäthers, der ein reines Kräftewirken zu einer bestimmten Ausdrucksform ist, ist diese Willenskraft mit dem Ausdruck der Asanas gegeben, die zu einer punktuellen zentrierenden und vertiefenden Sammlung der Kraft im Steissbeinbereich und von dort zu einer vertikalen Aufrichtedynamik entlang der Wirbelsäule und darüber hinaus führt.

 

So kann man vielleicht mit dem Lebensäther auch gewisse, den reineren Willen entdeckende und  stärkende Aufbaukräfte entwickeln und entdecken, die nicht aus dem Gemüt kommen, sondern freier und tiefer sind und somit wirklich gesundheitsförderlich und regenerierend, vor allem auch auf das Nervensystem des Menschen zurückwirken. Während die gemütsgesteuerten Willensäußerungen meist eher subjektiv, hektisch oder sogar belastend auf die Umgebung und Mitmenschen wirken. Sie sind sehr subjektiv und äußern nicht etwa eine allgemein gültige Kraft. Willensimpulse zur Aufrichtigkeit und Aufrichtung bestimmter sinnvoller Tätigkeiten, werden meist durch so etwas wie die eigenständige Beschäftigung mit tieferen Gesetzmäßigkeiten, entfacht.

 

So wird mit der Entwicklung des Lebensäthers vielleicht auch ein anderer, tieferer Wille neu entdeckt.

 

 

 

"Das, was die Natur willenlos ist, sei Du es willentlich" F. Schiller

 


Das Wesen der Entscheidung

Ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung des Lebensäthers, spielt auch die Fähigkeit , bewusste Entscheidungen zu treffen und diese zu einer vernünftigen Umsetzung zu bringen, auch wenn Schwierigkeiten kommen.

 

Die Fähigkeit des erwachsenen Menschen zu entscheiden, macht ihn klar und stärkt die Nerven, ermöglicht Entwicklung und erleichtert anderen ebenfalls einen klaren Stand. Im Vergleich kann man sich einen Menschen vorstellen, der sich im Leben eher treiben lässt und wenig eigenständige Entscheidungen trifft. Schwächt oder stärkt er die Lebens- und Aufrichtekräfte bei sich und anderen?
Ein wesentlicher Aspekt zur Kräftigung des Willens und der Kraft zur Entscheidung , kann z.B. Entwickelt werden, wenn man sich vornimmt, eine spannkräftige Übung aus dem Yoga , wie z.B. die schiefe Ebene, 1 Minute zu halten.

 

Nicht das Gemüt mit seinen Lust- und Unlustgefühlen steuert dann die Handlungskraft des Menschen, sondern es ist die  vorgenommene Entscheidung zum Halten von 1 Minute, die dann die nötige Kraft für das Durchhaltevermögen wenn man in der Übung ist, heranbringt.

 

Für das Entwickeln von einer gesunden bewusstseinsstabilisierenden Selbstkraft sind solche Übungen sehr wesentlich. Sie stärken auch das Immunsystem, da man mit einer Kraft für klare Entscheidungen und dem Durchhalten dieser, niemals so schwach und verletzlich ist, wie wenn man sich nur treiben lässt und dem Gemüt von Lust und Unlust allerlei Macht zur  Steuerung und Gestaltung des Lebens gibt. Zur Selbsterziehung für eine gesunde Haltung und Kraft im Leben, könnten dies  vielleicht wichtige Aspekte sein. Ich empfehle für die heutige Zeit zum Entwickeln von gesundheitsstärkenden Kräften, aus  eigener Erfahrung mehr Übungen selbst zu tätigen, selbst in eine aktive Forschung und Erkenntnisbildung zu gehen, als allzu sehr andere zu moralisieren, zu bekritteln oder zu schimpfen. Die Kraft und Aufmerksamkeit, die man für solche Themen, zusammenhängende Beobachtungen, Betrachtungen, Konzentrations- und Körperübungen einsetzt, kommt einem immer auf einer nächsten Stufe bewusst und tieferführend zugute.

 

 

 

Sie, diese Einsatzkraft, stärkt und bildet gesamtheitlich und gibt einen wichtigen Gegenpol zu den vielen rein informativen Einflüssen der Zeit. Denn hier ist unmittelbar das Selbst des Menschen der diese Übungen tätigt angesprochen und wird über das bildhafte eigenständige Denken, bis hin zu neuen Sinnen und Erkenntnissen, die man empfindet, bis in den tiefsten Willensaufbau gestärkt, während die reinen Informationen lediglich ein Konsum ohne diese Selbstaktivität geben können. Ich empfehle daher die aktive Auseinandersetzung mit diesen Lebenskräften oder Ätherkräften, wie sie von Heinz Grill oder Rudolf Steiner in vielfältigster und exakter Weise gegeben werden, sehr. 5 Minuten am Tag eine der beschriebenen Übungen konkret und selbstständig zu machen stärkt u. A. den Lebensäther.

 

Allgemein kann ich vielleicht abschließend sagen, dass alle sinnvoll abgewägten Tätigkeiten, die selbstaktiv praktiziert werden, die Lebenskräfte des Menschen, der sie tätigt, als auch dessen Mitmenschen stärkt.
Wohingegen u. A. alle Bequemlichkeiten, Unterlassungen, Lästereien diese Lebenskräfte schwächen.

 

Für längste Zeit einmal ruhig in so einem zunächst komplexeren Thema wie dem erbauen des Lebensäthers zu bleiben, stärkt ebenfalls die Lebenskräfte.

 

 

 

Viel Freude, Interesse und Erkenntnisse wünsche ich jedem Einzelnen, der sich dieser Mühe hingibt.

 

 

 

A. Sautermeister

 

 

 

Anhang

P.S. : Auch bei den oft so unnötigen Streitereien, falschen Verletztheiten o. Ä. kann man sich dazu selbst erziehen, diese nicht allzu lange mitzumachen. Sie schwächen, wie alle zu starken Emotionen, die Lebenskräfte enorm.
Besser ist es für den Aufbau von Lebenskräften kurz eine Übung zur objektiven Objektbetrachtung ruhig zu tätigen, um dann wieder geordnet in Beziehung zu gehen.